Als ich 10 Jahre alt war, war Bill Gates bei Wetten, dass… zu Gast. Ich erinnere mich noch, wie mein Vater auf dem Sofa eine aufrechte Körperhaltung annahm und mich zur Ruhe ermahnte: „Das ist der reichste Mensch der Welt.“

Da auch mein Vater „irgendwas mit IT“ gemacht hat, war der Name Gates in unserem Haushalt immer verbunden mit unvorstellbarem finanziellen Erfolg. Gates war über Dekaden der reichste Mensch der Welt und hat bis heute einen Großteil seines Vermögens gespendet. Vielleicht war er der letzte sympathische Superreiche, bevor jetzt die Generation der Bond-Bösewichte übernommen hat.
So oder so gab es für mich mehr als genug Gründe, seine (Auto-)Biographie zu lesen. Tatsächlich habe ich das diesmal nicht allein getan, sondern gemeinsam mit dem mindsquare-Buchclub. Angeleitet von unserem Marketing-Vorstand Tobias Harmes setzen wir uns zwischen den Terminen Leseziele und besprechen unsere Diamanten.
Solltet ihr irgendwie die Möglichkeit haben, an so einem Format teilzunehmen, kann ich das nur wärmstens empfehlen. Diamanten festigen sich vor allem durch die Diskussion mit anderen darüber!
Wie üblich findet ihr hier meine größten Diamanten aus dem Buch:
Selbstwirksamkeit als wichtige Lernerfahrung
Wir brauchen die Diskussion um Chancengerechtigkeit gar nicht erst aufzumachen. Natürlich wächst Bill Gates sehr privilegiert auf – und die ganze Self-Made-Geschichte funktioniert besonders gut als weißer Mann aus der oberen Mittelschicht mit Studienplatz in Harvard.
Dennoch zeigt sich im Buch für mich, dass Gates als Kind bereits das Prinzip der Selbstwirksamkeit kennenlernt. Um gegen seine Großmutter im Kartenspielen zu gewinnen, übt er. Gleiches im Schach – um besser zu werden, lernt er einfach.
Diese Erkenntnis ist für mich eine absolute Basis für jede erfolgreiche Karriere. Klar, man kann auch den 1-in-a-Million-Moonshot-Erfolg haben, und selbstverständlich ist die Lebensgeschichte von Gates auch gefüllt mit tausend sehr glücklichen Zufällen.
Dennoch: Das Grundprinzip von „Ich bin nicht gut in etwas – dann lerne und übe ich einfach, und werde besser darin“ kann ich absolut unterstreichen. Es unterstützt mich selbst gleichermaßen im Ausdauersport wie im Beruf.
Mir ist schon klar, dass jeder Grundschullehrer mich an dieser Stelle auslacht und erklärt, dass die Erkenntnis im Normalfall schon in Klasse 2b erreicht werden sollte.
Trotzdem erwischen wir uns alle in Situationen, in denen wir denken: „Ich bin mit XYZ unzufrieden, da kann ich aber auch nichts dran ändern – das wird für immer so bleiben.“
Früh zu lernen, dass das nicht so ist, war für Gates ein großer Hebel.
Funktioniert natürlich im Kontext „IT-Unternehmensgründung“ besonders gut. Wer Profifußballer werden will, braucht wohl wirklich ein paar unveränderliche körperliche Talente. Zum Programmieren ist das glücklicherweise nicht so.
Gönn dir, Nerd zu sein
Einfach mal „Bill Gates dancing“ oder „Bill Gates as a student“ googeln – und schon findet man Bilder, wie man sich einen klassischen Nerd vorstellt.
Ich selbst war ja irgendwie als Schüler schon Wirtschaftsinformatiker. Ich war zwar schon in der Mittelstufe schlecht genug im Tanzen, um Informatik als Schulfach zu wählen und World of Warcraft zu zocken, aber um bei echten Nerd-Hobbys wie Brettspielen oder Koreanisch mitzumischen, war ich dann doch nicht schlau genug.
Der eine oder andere verbindet mit dem Begriff Nerd bis heute etwas Unliebsames: tendenziell ungewaschen und sozial etwas sonderbar.
Ich sage aber (und Bill Gates scheinbar auch): Es ist wunderbar, Nerd zu sein.
Über eine Leidenschaft so lange reden zu können, bis niemand mehr zuhört – und man selbst es trotzdem noch spannend findet. Alles um einen herum vergessen, kein Hunger, kein Durst – und sich fast in die Hose pinkeln beim Versuch, die letzte Zeile Code noch schnell zu compilieren.
Nennt sich heute Deep Work oder Fokus. Ich liebe all das.

Beim Lesen des Buches ist man fast froh, dass das olfaktorische Buch noch nicht erfunden ist. Ich kann nur sagen: ALLE Nerd-Klischees treffen bei Bill Gates zu – und sie sind absolut Teil seines Erfolgsrezepts.
Zufall als Booster
Passenderweise ist das nächste Buch, das wir aktuell im Buchclub lesen, Der schwarze Schwan von Nassim Taleb. Es beschreibt die große Macht von besonders unwahrscheinlichen Ereignissen.

Das gesamte Leben von Bill Gates ist eine unaufhörliche Aneinanderreihung solcher „schwarzer Schwäne“. Es gibt die schöne Redensart: „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“
Damit beschreibt man üblicherweise einen einmaligen positiven Zufall. Bill Gates ist sein gesamtes Leben nur von richtigem Ort zu richtigem Ort gesprungen – und war dort immer zur richtigen Zeit.
Das reicht von Wanderungen in der Kindheit bis hin zum Mittagessen in der Mensa. Lief immer genau richtig.
Es lässt sich kaum in Worte fassen, wie viele 0,000001%-Zufälle hier aufeinander folgen – und das Spannende ist: Das Buch endet bereits im Gründungsjahr von Microsoft, also 1975.
Daher zur Einordnung wichtig:
Sämtliche Diamanten aus diesem Buch unterstützen ganz sicher dabei, einen erfolgreichen beruflichen Weg einzuschlagen.
Zu einem neuen Microsoft reicht es aber nur vielleicht. 😉
Fazit
Es war die erste Biographie, die im mindsquare-Buchclub gelesen wurde. Dazu ist es eine Autobiographie, wir lernen also nur die Perspektive von Gates kennen – aber sei es drum.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und auch etwas gelernt.
Also: ruhig auch lesen – und vor allem natürlich über meinen Link bestellen. 😉
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