Kapitalgedeckte Altersvorsorge – einfach erklärt

Bei „kapitalgedeckter Altersvorsorge“ sind aus meiner Sicht zwei Dinge voneinander zu unterscheiden:


1) Individuelle private kapitalgedeckte Altersvorsorge

Jeder, der mal meinen Rentenrechner bemüht hat oder ein Finanzfluss-Video gesehen hat, hat danach vermutlich sofort ein Depot eröffnet und bespart den MSCI World.

In vielen Ländern (z. B. den USA) gibt es spezielle Depots für die Altersvorsorge: steuerbegünstigte Konten, die langfristiges Sparen gezielt incentivieren sollen.

In Deutschland gibt es sowas in dieser Form aktuell nicht. Ob du von deinen Aktien später deine Rente unterstützt oder dir mit 50 einen Porsche kaufst, ändert an der grundsätzlichen Besteuerung erstmal nichts.


2) Staatliche kapitalgedeckte Altersvorsorge

Eine Alternative (oder Ergänzung) zum reinen Umlagesystem kann sein, Rentenbeiträge und/oder Steuerzuschüsse nicht nur direkt wieder auszuzahlen, sondern einen Teil davon zu investieren, um Erträge zu erwirtschaften.

Der norwegische Staatsfonds wird in diesem Kontext häufig als positives Beispiel genannt.

In Deutschland hat die FDP in der Ampelregierung in diese Richtung ein paar Gehversuche unternommen – ist aber auf bekannte Art und Weise abgestraft worden. Eine anekdotische Erklärung ist, dass seit dem Verfallen der „Volksaktie Telekom“ viele Deutsche dem Kapitalmarkt eher distanziert gegenüberstehen.


Kurzfazit

Kapitaldeckung heißt: Geld wird investiert, damit es über Rendite mitarbeitet.

Das kann privat passieren (Depot/ETF), aber theoretisch auch staatlich organisiert. Beides wird oft in einen Topf geworfen – ist aber nicht dasselbe.

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