Was ist die umlagefinanzierte Rente?

Umlagefinanzierte Rente – einfach erklärt

Die wichtigste Grundlage vorneweg:

Die Rentenbeiträge der deutschen Rentenversicherung basieren auf einem Umlagesystem. Das bedeutet, dass die eingezahlten Beiträge im Wesentlichen sofort an bezugsberechtigte Rentner ausgezahlt werden. Es werden also keine großen Rücklagen aufgebaut und das Geld wird – anders als bei ETFs oder Fonds – nicht langfristig in produktive Assets investiert.

Über die Jahre, in denen ich versichert bin, sammle ich Rentenpunkte (Entgeltpunkte). Auf Basis dieser Punkte wird im Rentenalter berechnet, wie hoch meine monatliche Rente ausfällt.


Wer zahlt ein – und wer nicht?

Eine Besonderheit am deutschen Rentensystem ist, dass nicht alle Bürger einzahlen.

Beamte haben beispielsweise eine eigene Pensionsregelung und sind vom System ausgenommen. Auch andere Berufsgruppen sind gesondert geregelt. Selbstständige (und auch Vorstände) können sich freiwillig versichern – abhängig von ihrer individuellen Situation.


Warum wird die Rente über Steuern bezuschusst?

Eine weitere Besonderheit: Das System trägt sich seit Jahren nicht mehr vollständig selbst. Die gesetzliche Rente wird daher massiv über Steuergelder bezuschusst. Grob gesagt fließen über 133 Milliarden Euro und damit etwa ein Viertel des Bundeshaushalts in die Rente (je nach Jahr und Abgrenzung).

Dieses Diagramm von Finanzfluss zeigt das Verhältnis sehr anschaulich.


Was bedeutet das langfristig?

Durch die demografische Entwicklung und die gestiegene Lebenserwartung wird sich dieser Effekt eher verstärken. Es wird zunehmend schwieriger, die Rente allein über Beiträge zu finanzieren. Ohne Reformen wird der Zuschussbedarf daher tendenziell weiter steigen.


Merksatz:

Umlage heißt: Heute einzahlen, heute auszahlen.

Rentenpunkte sind dein Anspruch – aber kein Depot, das für dich am Kapitalmarkt arbeitet.

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